Erste Kritiken an Google Drive: Datenschutz- und Performanceprobleme

[ 9 ] April 26, 2012 |

Nach der Veröffentlichung von Google Drive äußern erste amerikanische Datenschützer Bedenken in Bezug auf die Nutzung der auf dem Cloud Storage gespeicherten Daten durch Google. Zudem sind erste Performanceprobleme aus Deutschland zu hören.

„Die Nutzungsbedingungen sind eh schon schlecht. Aber viel schlimmer ist, dass Google deutlich gemacht hat, das sie ihre Nutzungsbedingungen ändern werden, wann immer sie wollen“, so Marc Rotenberg, Executive Director vom Electronic Privacy Information Center (EPIC). Am 1. März hatte Google die Nutzungsbedingungen aller Services zusammengefasst, um anhand der Daten ein besseres Profil erstellen zu können. „Nach den einseitigen Änderungen am 1. März, kann ich nicht verstehen, warum Anwender Google weiterhin trauen sollten, dass sie zu ihren Nutzungsbedingungen stehen.“, Rotenberg weiter.

Rotenberg ist mit seinen Bedenken nicht alleine. Im Dropbox Forum äußerten sich Nutzer, dass sie auf Grund des Datenschutz Google Drive nicht nutzen werden,

So schreibt Chen S.: „Meine größten Bedenken Google Drive zu nutzen sind, dass Google bereits alle meine E-Mails, Web-Analytics Daten und Suchbegriffe besitzt. Möchte ich denen wirklich noch mehr Daten geben?“

Christopher H. argumentiert in dieselbe Richtung: „Wie viele andere Nutzer, bin auch ich nicht erfreut darüber, dass Google über immer mehr Informationen aus meinem Leben verfügt, die ich in ihrer Cloud speichere.“

Mark Mc. weist darauf hin, dass Google die Daten zwar ohne das Einverständis des Nutzers nicht verkaufen oder veröffentlichen wird, aber, „Google kann diese Daten in irgendeiner Form für interne Zwecke nutzen. Das kann das Verkaufen personalisierter Werbeanzeigen auf Basis meiner hochgeladenen Daten sein.“

Ein Google Sprecher nahm bereits zu der Diskussion Stellung: „Drives Nutzungsbedingungen sind eindeutig, was dir gehört, wird auch deins bleiben.“ Zudem seien die Bedingungen nicht anders als bei den anderen Anbietern.

Natürlich sagt Google, dass alle Daten die in Google Drive gespeichert werden das Eigentum des Nutzers bleiben. Darum geht es bei dieser Diskussion aber nicht. Es geht darum, was Google mit den auf Google Drive gespeicherten Daten macht. Denn es wird nicht endgültig ausgeschlossen, dass Google diese Daten verwendet, um damit weitere Analysen und Geschäfte vorzunehmen. Wenn Google die Daten auf Google Drive dazu verwenden würde, hätte die Nutzung des Google Cloud Storage einen sehr faden Beigeschmack. Eines muss man sich natürlich vor Augen halten. Wenn ich im Internet etwas kostenlos bekomme, bin ich das Produkt. In Googles Fall werde ich mit Werbung „versorgt“ und Google kann die Daten für anonyme Analysen nutzen. Allerdings bietet Google ebenfalls kostenpflichtigen Speicherplatz an. Bedeutet der Nutzer bezahlt für die Leistung die Google erbringt. In diesem Fall wäre es für Google nicht mehr gerechtfertigt, die Daten für Werbezwecke und weiteres zu verwenden. Für die kostenlosen 5GB wäre es grenzwertig aber falsch. Aber wie will Google auseinander halten, welche Daten sich jetzt in dem kostenlosen 5GB Speicher befinden und welche in dem restlichen bezahlten.

Es bleibt darüber hinaus abzuwarten, wann sich die ersten deutschen Datenschützer zu dem Thema äußern werden.

Google Drive und die Performance

Neben den Bedenken des Datenschutzes sind auch vereinzelnd Probleme bei dem Upload größerer Dateien nach Google Drive zu finden. So schreibt Axel von Leitner, CEO vom deutschen SaaS Anbieter 42HE, auf Twitter: „Google Drive bricht sich grade einen ab bei dem Upload größerer Dateien (>300mb)“.

Ob es sich hierbei um einen Einzelfall handelt wird sich noch zeigen. Allerdings scheint Google an der einen oder anderen Stelle noch mit Problemen zu kämpfen, da Google Drive weiterhin nicht für alle Nutzer verfügbar ist.


Informationen aus dem Web: Privacy advocates slam Google Drive’s privacy policies


Bildquelle: Stern.de

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Category: News

René Büst

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing, IT infrastructure, open source and Internet of Things. Prior to that he was Principal Analyst at New Age Disruption and member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network. Rene Buest is top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter and Google+. Since the mid-90s he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles. He regularly writes for well-known IT publications like Computerwoche, CIO Magazin, LANline as well as Silicon.de and is cited in German and international media – including New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin and Harvard Business Manager. Furthermore Rene Buest is speaker and participant of experts rounds. He is founder of CloudUser.de and writes about cloud computing, IT infrastructure, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.

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