Cloud Computing löst nicht alle Probleme automatisch…

[ 0 ] Dezember 3, 2010 |

…, im Gegenteil, es schafft zunächst Probleme! Vor allem dann, wenn man selber als Anbieter Cloud Computing Services bereitstellen möchte.

Es ist ein Irrglaube, wenn man denkt, dass der Aufbau einer Private Cloud impliziert, sich anschließend nicht mehr um die Hochverfügbarkeit der eigenen Infrastruktur (physikalische Maschinen, virtuelle Maschinen, Master-Slave-Replikation, Hot-Standby, etc.) kümmern zu müssen. Das macht dann ja schließlich die Cloud alleine.

Achtung!!! Die Cloud bereitet einem (Private) Cloud Betreiber beim Aufbau zunächst mehr Probleme als man denkt.

Eine Cloud funktioniert nicht von alleine. Sie muss entwickelt und mit Intelligenz ausgestattet werden. Das gilt für den Aufbau einer Private Cloud genau so wie für die Nutzung eines Public Cloud Angebots (im Falle von IaaS). Dazu müssen Skripte geschrieben, womöglich Software neu entwickelt werden, die auf der Cloud verteilt läuft. Weiterhin ist es wichtig, die Whitepaper des jeweiligen Anbieter zu lesen, KnowHow(!) aufzubauen und zu verstehen, wie die Cloud arbeitet, um sie für die eigenen Bedürfnisse nutzen zu können. Eine weitere Möglichkeit besteht natürlich darin, sich (zusätzlich) von Profis beraten zu lassen.

Das ist bspw. bei der Nutzung des Public Cloud Angebots der Amazon Web Services auch nicht anders. Wenn eine Instanz A ein Problem hat, dann kann sie plötzlich nicht mehr erreichbar sein, wie jeder normale physikalische Server nun einmal auch. Nun könnte man denken: „Dann nehme ich als Backup für Instanz A halt noch eine Instanz B dazu!“ Und dann? Man könnte nun denken, dass die Instanz B automatisch die Aufgaben der Instanz A übernimmt. So einfach ist das aber nicht!

Skripte etc. müssen vorab dafür sorgen, dass die Instanz B die Aufgaben von Instanz A übernehmen soll, wenn diese plötzlich nicht mehr erreichbar ist. Auch die Instanz B muss dafür zunächst vorbereitet werden.

Dazu kann z.B. der eigentliche (wichtige) Inhalt der Instanz A inkl. aller Konfigurationen etc. in ein EBS (Elastic Block Store) und nicht auf dem lokalen Instanzspeicher gespeichert werden. Anschließend muss ein Skript dafür sorgen, dass die Instanz B automatisch mit den Konfigurationen und allen Daten aus dem EBS hochgefahren wird, wenn die Instanz A nicht mehr verfügbar ist.

Die Cloud gibt uns im Bereich Infrastructure as a Service letztendlich nur die Möglichkeit, aus einem quasi unendlich großen Pool von Ressourcen die (unendliche) Anzahl an Ressourcen zu dem Zeitpunkt zu bekommen, wenn wir sie benötigen. Wir erhalten von dem Anbieter somit ein eigenes hochskalierbares virtuelles Rechenzentrum. Das bedeutet aber im Umkehrschluss für den Betreiber einer Cloud (Private, Public), dass er ebenfalls die Menge an physikalischen Ressourcen vorhalten muss, damit die angefragten virtuellen Ressourcen jederzeit bereitgestellt werden können und damit immer ausreichend Ressourcen für die Nutzer zur Verfügung stehen.

Category: Management

René Büst

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing, IT infrastructure, open source and Internet of Things. Prior to that he was Principal Analyst at New Age Disruption and member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network. Rene Buest is top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter and Google+. Since the mid-90s he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles. He regularly writes for well-known IT publications like Computerwoche, CIO Magazin, LANline as well as Silicon.de and is cited in German and international media – including New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin and Harvard Business Manager. Furthermore Rene Buest is speaker and participant of experts rounds. He is founder of CloudUser.de and writes about cloud computing, IT infrastructure, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.

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