ZDF: Ahnungslosigkeit im technischen Jenseits

[ 11 ] Juli 31, 2012 |

Das ZDF scheint aus den Problemen, die sie während der WM 2010(!) hatten, keine Lehren gezogen zu haben. Zumindest liest sich so ein Kommentar von Eckart Gaddum, verantwortlich für die Neuen Medien im ZDF.

Rückblick: WM 2010

Während des Spiels Deutschland gegen Serbien bei der WM 2010 konnte man als Zuschauer ein klassisches Szenario erleben, wo Cloud Computing hätte helfen können. Das ZDF übertrug das WM Spiel ab 13:30 Uhr, also zu einer Uhrzeit wo die Vielzahl der Menschen in Deutschland arbeiten muss. Parallel zur Fernsehübertragung existiert(e) ganz modern ebenfalls ein Live Stream, erreichbar über die Internetseite des ZDF – http://zdf.de. Die Vorberichte des Spiels wurden stabil übertragen. Es wurde nicht einmal der Eindruck vermittelt, einen Internet Stream zu sehen. Doch bereits während der Nationalhymnen brach der Stream zusammen!

ZDF: Stand 2012

Zusammen mit der ARD bietet das ZDF zusätzlich zum Fernsehprogramm ebenfalls bis zu sechs weitere Olympia Sportarten live über das Internet an. Dabei griffen am 28. Juli über 1,6 Millionen auf die Highlightvideos zu. Live schauten knapp über eine Million zu.

Und jetzt kommt Herr Gaddum: „Kurzzeitig – wie gestern beim Tischtennis – hat uns das große Interesse der Leute auch schon mal in die Knie gezwungen. Mit einem solchen Ansturm haben selbst wir nicht gerechnet.“ Das ZDF plant seine Systeme aufzurüsten, aber man höre: „Und dennoch können wir nicht jeden Nutzungs-Peak vorausahnen – das ist eben das Netz„, so Gaddum.

Ahnungslosigkeit im technischen Jenseits

Sehr geehrter Herr Gaddum, Sie müssen nicht jeden Nutzungspeak vorausahnen können. Denn Sie haben es richtig erkannt, das Netz ist unberechenbar. ABER, es gibt Technologien und Systeme, die Ihnen dabei helfen und Ihnen das Vorausahnen abnehmen. Schauen Sie doch mal wie es der moderne Mittbewerb wie bspw. Netflix macht.

In diesem Sinne.

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Category: Kommentar

René Büst

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing, IT infrastructure, open source and Internet of Things. Prior to that he was Principal Analyst at New Age Disruption and member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network. Rene Buest is top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter and Google+. Since the mid-90s he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles. He regularly writes for well-known IT publications like Computerwoche, CIO Magazin, LANline as well as Silicon.de and is cited in German and international media – including New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin and Harvard Business Manager. Furthermore Rene Buest is speaker and participant of experts rounds. He is founder of CloudUser.de and writes about cloud computing, IT infrastructure, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.

Comments (11)

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  1. Curiosity: Die NASA setzt auf die Amazon Web Services | CloudOps Summit | August 8, 2012
  1. Klaus sagt:

    Gerade für einen Fernsehsender wie ZDF, der ja in der Regel zusammen mit dem ARD solche Übertragungen macht, ist das schon ein wenig peinlich. Bin mal gespannt ob es bei der nächsten WM / EM / Olympia wieder so ein debakel geben wird.

  2. Lars Kalweit sagt:

    Liebes IOC, liebe FIFA,
    wir haben da einen tollen Tipp bekommen und würden deshalb gerne Cloud-Computing bei der nächsten WM und den olympischen Spielen einsetzen. Klaro, Geoblocking geht auch mit sowas – also dürfen wir doch, oder?

    Viele Grüße
    Ihr ZDF

    Doch nicht? Bullshit, hatten sowieso ein komisches Gefühl bei einem „Journalisten“, der nicht weiß, wann man Worte mit Bindestrichen koppelt oder bei „dass“ mal ein „s“ weglassen muss.

    #ahnungslosigkeit

  3. C. Kloes sagt:

    Sehr guter Hinweis auf Inkompetenz und Ignoranz im Hinblick auf Cloud Computing

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