Was ist Utility Computing?

[ 0 ] März 14, 2010 |

Bereits 1961 definierte Prof. John McCarthy das Time Sharing von Ressourcen wie z.B. die Nutzung von Rechnerleistung oder Anwendungen als Geschäftsmodell. Er stellte sich dabei vor, diese Ressourcen der Öffentlichkeit als ein Public Utility zur Verfügung zu stellen, also genau so, wie auch Strom, Wasser oder Gas bereitgestellt wird.

Der Begriff Utility Computing wird von Herbert Kircher in seinem Buch „IT: Technologien, Lösungen, Innovationen,“ wie folgt definiert: ’Utility Computing beschreibt eine grundlegende Transformation der Bereitstellung und des Managements von IT-Services – von einem technologieorientierten zu einem geschäftsorientierten Ansatz. Diese Umstellung erfordert eine äußerst flexible und effizient verwaltete dynamische IT-Infrastruktur mit vollständiger Kostenkontrolle, flexibler Kostenverrechnung und aktivem SLA-Management.’

Beim Utility Computing bekommt also ein ’Kunde’ von einem ’Serviceanbieter’ Rechenkapazität (Ressourcen) und die gesamte Infrastruktur inkl. dessen Management zur Verfügung gestellt. Dabei wird der Kunde nach dem Prinzip ’pay per use ’, also bezahle nur das, was Du tatsächlich verbrauchst, abgerechnet – was auch den entscheidenden Ansatz beim Utility Computing ausmacht. Für Utility Computing wird oft auch der Begriff ’On-Demand Computing’ (deutsch: in etwa ’rechnen auf Anfrage’) verwendet. Das Ziel von Utility Computing ist klar: Steigerung der effizienten Nutzung der Computerressorucen und das Senken der dabei anfallenden Nebenkosten (Strom, etc.).

Der große Vorteil von Utility-Computing ist eine bessere Wirtschaftlichkeit, da Unternehmen nur für die Computerressourcen bezahlen, die sie nutzen, wenn sie diese nutzen. Rechenzentren von Unternehmen sind in der meisten Zeit nicht ausgelastet. Server sind in der Regel im Durchschnitt mit 15% ausgelastet, sind also in 85% der Zeit im Leerlauf. Unternehmen statten ihre Rechenzentren grundsätzlich mit zu vielen Ressourcen aus. Dies ist auf der einen Seiten genau der richtige Ansatz, denn die Systeme müssen auch in Spitzenzeiten (z.B. Urlaubszeit bei einem Online Reiseveranstalter aber auch für unvorhersehbare Ereignisse) voll funktionsfähig sein und dürfen nicht plötzlich überlastet sein und ausfallen. Andererseits sind die Systeme für normale Zeiten total überdimensioniert. Um genau diese eben angesprochenen Spitzenzeiten abzufangen ist Utility Computing das richtige Konzept, da der Anbieter in der Zeit die (angemieteten Systeme) dynamisch vergrößern kann. Die Kosten sind in den normalen Zeit ’…relativ gering und konstant…’ und steigen nur während der Hochkonjunktur, da auch die Systeme wachsen.

Anbieter von Utility Computing Diensten profitieren von den Größenvorteilen ihrer Systeme, da sie dieselbe Infrastruktur nutzen können, um damit mehrere Kunden zu bedienen.

Wie im Grid Computing wird auch im Utility Computing der Begriff der Virtuellen Organisation verwendet, mit denen Organisationen Computer Ressourcen in dem Moment kaufen oder verkaufen, wenn diese gerade benötigt werden.

Tags:

Category: Grundlagen

René Büst

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing, IT infrastructure, open source and Internet of Things. Prior to that he was Principal Analyst at New Age Disruption and member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network. Rene Buest is top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter and Google+. Since the mid-90s he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles. He regularly writes for well-known IT publications like Computerwoche, CIO Magazin, LANline as well as Silicon.de and is cited in German and international media – including New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin and Harvard Business Manager. Furthermore Rene Buest is speaker and participant of experts rounds. He is founder of CloudUser.de and writes about cloud computing, IT infrastructure, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.