Cloud Computing – Motor der IT

[ 0 ] Januar 26, 2012 |

Für die einen ist es der Stein der Weisen, ein neues IT-Paradigma, für die anderen eine neue Sau, die durchs globale IT-Dorf getrieben wird und für die größten Skeptiker ist es nur alter Wein in neuen Schläuchen – und alle zusammen meinen Cloud Computing, eine Weiterentwicklung der Virtualisierung in ein neues Geschäftsmodell.

von Dr. Martin Reti

Bei kaum einem anderen IT-Thema gehen die Meinung momentan weiter auseinander. Eine Ursache dafür lässt sich in der Vielzahl der konkurrierenden Definitionen finden, eine andere darin, dass immer mehr Anbieterfirmen unterschiedlichster Couleur das Thema für sich entdecken und ihre Services auch unter den Mantel der Cloud ordnen.

Potenzial für Umwälzung

Dabei hat gerade Cloud Computing, wie der Bitkom in seinen Leitfäden feststellt, das Potenzial für eine echte Revolution – und zwar nicht nur in der IT-Branche, sondern für das Geschäftsleben insgesamt. Durch die Bank sehen auch Analysten das große Potenzial, das Cloud Computing innewohnt. IDCs Frank Gens geht sogar so weit, Cloud Computing als den Motor für die nächsten zwanzig Jahre der IT-Branche zu bezeichnen.

Und auch die IT-Entscheider in den Unternehmen bestätigen diese Ansicht: In der Studie LIFE2 unter Federführung von Prof. Dr. Tobias Kretschmer der LMU München artikuliert die Hälfte der Befragten, dass Cloud Computing zur dominierenden Sourcingvariante werden wird, weitere zehn Prozent gehen noch einen Schritt weiter: Sie postulieren eine komplette Abkehr von eigener IT. „T-Systems summiert diese Entwicklungen als einen Trend zum Dynamic Net-Centric Sourcing. Darunter verstehen wir einen dynamischen Bezug von ICT-Ressourcen adaptiert an das aktuelle Business des Kunden – mit einer entsprechenden Flexibilisierung der Kosten“, ergänzt Dr. Michael Pauly, bei T-Systems einer der Experten für Cloud Computing.

Mit seinen zentralen Versprechen der Kostenreduktion, Flexibilisierung, Geschwindigkeit und Einfachheit adressiert Cloud Computing aktuelle Herausforderungen aller ITVerantwortlichen. Mehr Flexibilität in Business und IT zu erhalten bei geringeren bzw. flexiblen Kosten – wer würde da nicht aufhorchen? Tatsächlich hat Cloud Computing in einigen Projekten schon bewiesen, wozu es fähig ist. In einem legendären Szenario hat die New York Times 1 1 Mio. Texte und Bilder in das pdf-Format konvertiert – zu einem Bruchteil der Kosten eines klassischen IT-Projekts. Viele andere Unternehmen, vor allem in den USA, greifen bereits auf Dienste wie Infrastructure as a Service oder Software as a Service zurück.

Cloud ist nicht gleich Cloud

Häufig bestehen bei den IT-Entscheidern jedoch Bedenken gegenüber Cloud Computing. Und das nicht ohne Grund: In der aktuellen Diskussion um Cloud Computing rangieren Themen wie Compliance, Rechtsrahmen oder Datenschutz ganz weit oben.

Tatsächlich dürfen personenbezogene oder auch steuerrelevante Daten nicht ohne weiteres über Landesgrenzen oder zu Subunternehmern verschoben werden. Während die Public Cloud hier schnell an ihre Grenzen kommt, versprechen Private Clouds eine Lösung. Hier kann auch kundenindividuell vereinbart werden, dass beispielweise ausschließlich Ressourcen innerhalb bestimmter Rechtsräume eingesetzt werden. Und in Private Clouds ist auch der dynamische Betrieb von unternehmenskritischen Services möglich, weil Service Levels vereinbart werden können. Abgesehen davon, dass der Kunde keine Abstriche an der Funktionalität hinnehmen muss.

„Im Jahr 2004 sind wir mit unserem Dynamic Services Angebot gestartet“, erläutert Pauly. „Dieses bildet genau die Ansprüche ab, die Großunternehmen an moderne IT-Dienstleister haben und im Cloud Computing kristallisieren: Flexible Bereitstellung und Bezahlung von IT-Services, die das Investitionsrisiko dramatisch senken“. T-Systems betreibt insbesondere SAP-Applikationen auf dieser Basis – und das für weit mehr als 100 Großunternehmen wie Shell, Linde, MAN oder die Deutsche Telekom. Sie nutzen etwa 15 Mio. SAPS für knapp 2 Mio. Nutzer. Ende 2010 betrieb der ICT-Dienstleister rund 75% seiner SAP-Systeme dynamisch – was SAP mit einer Zertifizierung zum SAP Cloud Hoster kürte. Aber auch andere Standardanwendungen erobern die dynamische Plattform immer weiter.

„Die Nachfrage nach bedarfsgerechten IT-Leistungen lässt sich nicht wegdiskutieren“, resümiert Pauly. Aber Dynamik und Kostenreduktion sind nur eine Seite der Medaille – im Businessumfeld müssen Anbieter die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Outsourcing-Welt mit den Möglichkeiten der neuen Cloudwelt für ihre Kunden zusammenführen. Und wenn man über Cloud Computing spricht, ist es auch wichtig, über die Sicherheit und Belastbarkeit der Netze zu reden. Dann erweist sich ein Anbieter, der sowohl IT- als auch TK-Leistungen aus einer Hand erbringen kann, als gute Wahl. Denn dadurch können durchgängige Servicelevels für komplette Services vereinbart werden.

Nicht stehenbleiben

Wer in der IT-Branche stehenbleibt, der wird überholt. „Cloud Computing hat die Diskussion um dynamische IT-Dienste abermals massiv befeuert“, weiß Pauly.

T-Systems hat sich deswegen entschlossen, seine Familie der Dynamic Services um ein kostengünstiges IaaS-Angebot zu erweitern: Dynamic Services for Infrastructure. Interessierte können den Dienst ausprobieren. Ende November 2010 wurde er IT-Analysten präsentiert und erntete positive Kritiken. Im Gegensatz zu den Dynamic Services, die als Plattform mit integrierter Sicherheit unternehmenskritische Prozesse unterstützen, bietet der neue Infrastrukturdienst seinen Nutzern weitgehende Gestaltungsfreiheit. Innerhalb von Minuten werden virtuelle Maschinen mit dem gewünschten Betriebssystem bereitgestellt, auf denen beispielsweise Applikationen getestet oder entwickelt werden können. Dynamic Services for Infrastructure werden im Laufe des Jahres auch in einem „managed“-Modus angeboten, der komplette vorkonfigurierte Images inklusive Betriebssystem bietet. Auch auf der PaaS- und SaaS-Ebene erweitert T-Systems sein Servicespektrum: Mit Dynamic Services for Collaboration wird in der zweiten Jahreshälfte ein Officepaket aus der privaten Cloud verfügbar, mit Dynamic Services for SAP Projects werden in Minutenschnelle SAP-Landschaften für Test-, Entwicklungs- und Schulungszwecke über das Netz bereitgestellt.

Strategie entwickeln

Cloud Computing als neue Sourcingalternative stößt auch die Diskussion um den richtigen Sourcingmix wieder an. Auch wenn Cloud Computing schnell genutzt werden kann – der Sprung in die Cloud hat weit reichende Auswirkungen auf ein Unternehmen. So muss beispielsweise der Einkauf sich auf neue Prozesse einstellen, Nutzer müssen mehr Verantwortung auch für die Sicherheit übernehmen. Und die neuen Services müssen sich in die bestehende ICT-Landschaft integrieren. Dafür muss ein verbindlicher Rahmen geschaffen werden, sonst wird Cloud Computing schnell zum Albtraum. Mit dem Angebot der Cloud Readiness Services helfen Experten bei T-Systems, den richtigen Mix zu finden und die neuen Cloud Services mit der bestehenden ICT-Welt und den Businessprozessen zu versöhnen. „Ganzheitlich gedacht und implementiert bietet Cloud Computing Unternehmen bedeutende Chancen. Angst vor dem neuen Geschäftsmodell ist aber nicht angebracht – insbesondere, wenn man einen erfahrenen Partner an der Seite hat“, fasst Pauly zusammen.


Über Dr. Martin Reti

Dr. Martin Reti, ein digitaler Imigrant, arbeitet im Solution Marketing von T-Systems und verfolgt das Thema Cloud Computing intensiv. Der Kommunikationsmann ist einer der Autoren des Bitkom-Leitfadens „Cloud Computing – Evolution in der Technik, Revolution im Business“.

Category: Gastbeiträge

About the Author ()

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.