So lassen sich Schatten-IT und Covered Clouds auflösen #tsy13

November 8, 2013 |

Die Schatten-IT oder wie VMware es nennt, Covered Clouds (versteckt genutzte Cloud Services) sind ein großes Problem für Unternehmen. Einer VMware Studie zufolge vermuten 37 Prozent der führenden europäischen IT-Entscheider in ihren Unternehmen nicht erfasste Ausgaben für Cloud-Services. 58 Prozent der europäischen Wissensarbeiter würden ungenehmigte Cloud-Services nutzen.

Pro und Kontra für Schatten-IT (Covered Clouds)

Diese unerlaubte Nutzung hat auch ihre finanziellen Einflüsse. In den betroffenen Unternehmen vermuten Führungskräfte aus dem IT-Bereich, dass durchschnittlich 1,6 Millionen Euro ohne Erlaubnis des Unternehmens ausgegeben werden. Dies macht im Durchschnitt 15 Prozent des jährlichen IT-Budgets dieser Unternehmen aus.

Allerdings wird diese Entwicklung von vielen als positiv erachtet. 72 Prozent der IT-Führungskräfte sehen darin einen Nutzen für ihr Unternehmen. Denn 31 Prozent von diesen sind der Meinung, dass Schatten-IT und Covered Clouds das Wachstum und die Innovation beschleunigen. Mehr als die Hälfte gaben an, dass das Unternehmen dadurch schneller auf Kundenanforderungen reagieren kann.

Dennoch gibt es auch große Sicherheitsbedenken. Von denjenigen, die Schatten-IT nicht befürworten, befürchtete mehr als die Hälfte eine Verschärfung der Sicherheitsrisiken. Diese Einblicke gab VMware während des T-Systems Symposium 2013 in Düsseldorf.

Eine Maßnahme: IT-as-a-Service

IT-as-a-Service ist ein Betriebsmodell, bei dem die IT-Abteilung wie eine eigene Business Einheit geführt wird und selbst Produkte und Services für das eigene Unternehmen entwickelt. Dabei muss sich die IT-Abteilung gegen externe Mitbewerber behaupten. Schließlich haben Fachabteilungen in der heutigen Zeit eine grenzenlose Auswahl von anderen Anbietern am Markt.

VMware hat es sich zur Aufgabe gemacht, IT-Abteilungen hierzu die technischen Mittel zu liefern und sieht in IT-as-a-Service eine Chance das Verhältnis Instandhaltung zu Innovation auf 50:50 auszugleichen, anstatt die Mehrheit der Aufwendungen in die Instandhaltung zu investieren. Heute beträgt das Verhältnis ca. 80 Prozent (Wartung) zu 20 Prozent (Innovation).

VMware liegt richtig, wenn sie versuchen, sich als führender Anbieter für IT-as-a-Service Lösungen zu etablieren. Als einer der wenigen Infrastrukturanbieter am Markt sind sie mit ihren Fähigkeiten in der Lage die technischen Mittel für diesen Umschwung in den Unternehmen zu liefern. Man muss hierzu allerdings beachten, dass IT-as-a-Service kein technischer Ansatz ist, sondern sich fest im Denken der IT Abteilungen verankern muss, um erfolgreich umgesetzt zu werden. VMware kann somit nur zeigen, welche technischen Mittel zur Verfügung stehen, um den Wandel einzuleiten.

Service Portal als Middleware für die Mitarbeiter

IT-as-a-Service ist für die Schatten-IT nicht die Non-plus Ultra Lösung, kann aber dabei helfen, diesem über die Jahre gewachsenen Phänomen entgegenzuwirken. Die entsprechenden Konzepte und Technologien stehen bereit und müssen nun umgesetzt werden.

Ist eine IT-as-a-Service Philosophie innerhalb der IT-Abteilung entstanden, sollte damit begonnen werden, ein eigenes Service Portal für die Mitarbeiter, über welches diese kontrolliert auf interne und externe Cloud Services zugreifen, zu etablieren. Dabei kann es sich sowohl um Infrastruktur (virtuelle Server und Speicherplatz) als auch um Software und Plattformen handeln. Die IT-Abteilung wird dadurch immer mehr zum Service Manager (Broker) und kann durch die Nutzung externer Ressourcen (hybrid Modell) sicherstellen, dass die Mitarbeiter mit einer hohen Servicegüte rechnen können. So lässt sich einem Entwickler zum Beispiel ein Server anstatt in mehreren Wochen, innerhalb von fünf Minuten bereitstellen. Dabei sollte zudem betrachtet werden, dass Entwickler nicht nur an Rechenleistung und Speicherplatz interessiert sind, sondern auch Services benötigen, um Applikationen und eigene Services auf eine einfachere Art und Weise zu entwickeln. Das kann unter anderem durch Eigenschaften eines Platform-as-a-Service (PaaS) realisiert werden.

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Category: Analysen

René Büst

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing, IT infrastructure, open source and Internet of Things. Prior to that he was Principal Analyst at New Age Disruption and member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network. Rene Buest is top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter and Google+. Since the mid-90s he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles. He regularly writes for well-known IT publications like Computerwoche, CIO Magazin, LANline as well as Silicon.de and is cited in German and international media – including New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin and Harvard Business Manager. Furthermore Rene Buest is speaker and participant of experts rounds. He is founder of CloudUser.de and writes about cloud computing, IT infrastructure, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.

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