Servus iPad und Android: Microsoft und Surface gehen mit riesen Schritten ins mobile Business

[ 0 ] Juni 22, 2012 |

Nun ist sie also da, die iPad und Android Tablet Konkurrenz aus Redmond. Sieht auf dem ersten Blick doch wirklich sexy aus oder nicht? Nachdem Microsoft im Mobile Bereich jahrelange nichts vernünftiges präsentieren konnte, scheinen sie mit Surface nun zumindest alles daran zusetzen auch im Tablet Markt ihre Duftmarke zu hinterlassen. An alle Apple Fanboys: Microsoft kopiert hier nicht das Apple iPad. Nein, Apple hat die Idee eines Tablet Computers von Microsoft übernommen und einfach besser umgesetzt. Ich kann mich noch daran erinnern, dass sich ein Kunde von mir im Jahr 2002 für schlappe 2000 EUR(!) ein Compaq Tablet mit Windows XP Tablet Edition gekauft hat. Er hat ihn niemals benutzt…

Surface: Microsoft geht mit riesen Schritten ins mobile Business

Hallo Unternehmenskunden

Ich möchte hier jetzt nicht auf Surface und den Endkundenmarkt eingehen, das haben mittlerweile schon viele vor mir gemacht. Ich möchte lieber über den Unternehmensmarkt schreiben. Denn wo hingegen alle über die Akzeptanz von Surface im Endkundensegment diskutieren, sollten wir eines nicht vergessen. Es fehlt an echten Tablet Alternativen für den Unternehmenseinsatz. Das iPad und Android Tablets adressieren den Endkundenmarkt. Insbesondere das iPad ist ein Endgerät für den Multimediaeinsatz und so wird es auch beworben. In einem Tweet habe ich bereits meine grobe Einschätzung gegeben die sich auf den Unternehmensmarkt bezieht.

Natürlich muss der Endkundenmarkt befriedigt werden, um die Akzeptanz bei den Nutzern zu erreichen sowie eine kritische Masse zu erhalten. Allerdings erleben wir mit dem Thema Consumerization einen flüssigen Übergang von der Nutzung privater Endgeräte im Unternehmensumfeld, wodurch sich ebenfalls die Art wie wir in Zukunft arbeiten verändern wird. Auch die Freiheit der Mitarbeiter mobil, z.B. aus dem Starbucks oder der Co-Working Location ihrer Wahl, zu arbeiten erfordert neue Technologien und alternativen zu Laptops, die das iPad oder Android Tablets einfach nicht bieten können.

Android Tablets und iPad taugen nichts für den Einsatz im Unternehmen

Andere mögen an dieser Stelle vielleicht anderer Meinung sein und Erfahrungen gemacht haben, aber Android Tablets als auch das iPad sind für den Unternehmenseinsatz nicht geeignet. Google als auch Apple fokussieren sich auf das Endkundensegment, und genau das merkt man. Es fängt bereits bei der Integration der Geräte in die bestehenden Infrastrukturen an. Klar, wenn man eh auf Google Apps setzt, hat man die beste Integration auf Android Tablets, die man sich vorstellen kann. Aber wer kann und möchte schon zu 100% den Google Weg gehen? Hinzu kommt, dass es zwar Office Suites für das iPad gibt und sogar Microsoft plant sein Office auf das iPad zu portieren, aber dennoch existieren Medienbrüche und Unbequemlichkeiten, die das „Büro Feeling“ auf aktuellen Tablets einfach nicht wiedergeben. Wenn es darum geht Filme zu schauen, Musik zu hören oder eine E-Mail zu schreiben sieht es anders aus, aber Android Tablets oder iPad im Büroalltag? No way!

Ich hatte kurz nach der CeBIT bereits über Microsoft und Mobile Lösungen geschrieben und dass Microsoft mit Windows 8 den Spagat zwischen der Cloud und dem Mobile Computing geschafft hat. Surface ist nun der nächste Schritt in die Richtung.

Das Surface ist gut vorbereitet

Das Surface wird in zwei Versionen ausgeliefert. Die Große mit Windows 8 bietet einen i5-Prozessor und 64 bzw. 128 Gigabyte Speicherplatz und einem Mini DisplayPort. Die kleine Version setzt auf einen Nvidia ARM-Prozessor und dem Windows RT Betriebssystem sowie 32 oder 64 Speicherplatz. Microsoft Office wird für beide Version von Haus aus direkt mitgeliefert.

Zudem verfügt das Surface über einen USB-Anschluss sowie einen Slot für Micro-SD-Karten und kann anhand eines „Touch Cover“ mit einer Tastatur inklusive Touchpad erweitert werden. Das „Touch Cover“ dient zudem gleichzeitig als Schutzdeckel für das Display. Mit dem „Type Cover“ liefert Microsoft darüber hinaus einen dickeren Schutzdeckel aus, der über eine echte echte physische Tastatur verfügt und einen ausklappbaren Ständer an der Rückseite bietet.

Microsofts Chance: Die Präsenz in den Unternehmen

Das große Geld lässt sich nur bei den Unternehmen verdienen. Und niemand anders weiß und kann das besser als Microsoft. Kein Apple und kein Google hat hier die Erfahrung, die eine Microsoft besitzt. Und das sollte Microsofts Strategie sein, wenn sie in die Unternehmen gehen.

Vielleicht schaffen sie erneut den Wandel wie damals mit den Windows Servern. Damals gehörte Novell Netware zu dem führenden Server Betriebssystem am Markt. Allerdings nur mit einer Konsole für die Administration. Als Microsoft mit seinen Windows Servern und graphischer Benutzeroberfäche um die Ecke kam, schrumpften Novells Marktanteile immens. Denn, aus eigener Erfahrung kann ich davon berichten, fühlte sich plötzlich jeder „Hobby Admin“ in der Lage einen Windows Server zu administrieren, da die Oberfläche einer Windows Workstation 1:1 dem Windows Server entsprach.

Perfekte Integrationsmöglichkeiten in die Unternehmensinfrastruktur

Was mir an Windows 8 gut gefällt ist die Möglichkeit das Tablet als Desktop Ersatz zu nutzen. Ein Wisch und man befindet sich in der bekannten Windows Oberfläche, die auch nicht Tablet affinen Nutzern das mobile Arbeiten möglich macht, ohne sich dabei großartig umstellen zu müssen. Hier wird auch der Unterschied zwischen einem iPad oder Android Tablet deutlich. Ein Windows 8 Tablet ist in erster Linie als Arbeitsgerät ausgelegt, wohingegen insbesondere Apple mit dem iPad zunächst die Masse der Multimedia Junkies ansprechen möchten.

Mit der lokalen Office 365 Installation auf dem Tablet in Verbindung mit einem SharePoint Server ist das verteilte Arbeiten von jedem Ort aus möglich. Sind das Tablet bzw. der Nutzer also mit dem SharePoint synchronisiert, werden alle Daten automatisch abgeglichen und das Weiterarbeiten mit einem anderen Endgerät ist kein Problem.

Zusammen mit Windows 8, Office 365 und weiteren Lösungen wie Exchange, Sharepoint und Lync liefert Microsoft die ideale Kombination für die eigene IT-Infrastruktur, betrachten wir die Verbreitung von Microsoft Servern in den Unternehmen. Windows 8 und Office 365 sind dabei das bekannte Duo, was wir auch von dem Desktop kennen, nur als Tablet Variante. Exchange, Sharepoint und Lync hingegen arbeiten im Hintergrund. Entweder auf den Servern von Microsoft oder in der Private Cloud im eigenen Rechenzentrum.

Was nun Apple und Google?

Was hat Apple dagegen zu setzen. Seitdem der Messias Jobs nicht mehr da ist, scheint das Unternehmen still zu stehen. Das zeigt bspw. auch eine Kritik an iOS6: Innovation: Fehlanzeige!

Bei Android sieht es schon besser aus. Google will mit seiner Google Apps Suite händeringend in die Unternehmen und hätte gute Chancen, wenn sie mit der guten Integration von Google Apps in Android argumentieren. Allerdings sieht es so aus, als ob Google eher ihre Chromebooks auf Unternehmen loslässt und Android dem Endkundenmarkt überlässt.

Category: Analysen

René Büst

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing, IT infrastructure, open source and Internet of Things. Prior to that he was Principal Analyst at New Age Disruption and member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network. Rene Buest is top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter and Google+. Since the mid-90s he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles. He regularly writes for well-known IT publications like Computerwoche, CIO Magazin, LANline as well as Silicon.de and is cited in German and international media – including New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin and Harvard Business Manager. Furthermore Rene Buest is speaker and participant of experts rounds. He is founder of CloudUser.de and writes about cloud computing, IT infrastructure, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.

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