Internet of Things: Der Einfluss auf den CIO

Juni 5, 2014 |

Im Jahr 2025 werden geschätzte 30 Milliarden untereinander vernetzter Geräte im Umlauf sein. Das Internet of Things, der durch die Technologie getriebene Trend, bietet zahlreiche Möglichkeiten für CIOs, um neue IT-gestützte Geschäftsfelder zu erschließen.

Der Aufbau eines vollständig miteinander vernetzten Systems global verteilter Rechnersysteme, Sensoren und zahlreicher Endgeräte, die alle untereinander über das Internet kommunizieren, ist in vollem Gange. Dieser Wandel wird einen direkten Einfluss darauf haben, wie sich unser Leben in Zukunft verändern wird und erst dadurch sämtliche Potentiale des digitalen Unternehmens offenbaren.

Das Internet of Things ist Teil des digitalen Unternehmens

Das Internet of Things (IoT) steht für die Vernetzung physischer Objekte, zu denen neben uns Menschen ebenfalls weitere Dinge wie Sensoren, Haushaltsgegenstände, Autos, Industrieanlagen usw. gehören. Das IoT schließt die Brücke zwischen der digitalen und analogen Welt, indem eine maximale Vernetzung und einem möglichst großen Informationsaustausch angestrebt wird.

Die großflächige Verbreitung, Annahme und Adaption des IoT wird noch einige Zeit benötigen, wird aber zu einem ähnlich großen Wandel beitragen, wie es das Cloud Computing seit einigen Jahren vorlebt. Crisp Research geht davon aus, dass im Jahr 2025 etwa 30 Milliarden untereinander vernetzter Geräte auf dem Markt sein werden. Bis zum Jahr 2016 wird für Deutschland ein Marktvolumen von 366 Millionen Euro (5 Milliarden Euro weltweit) für IoT Ausrüstung (Sensoren und Netzwerke) erwartet. Dieser Trend wird sehr schnell zu einem entscheidenden Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen werden, die gleichzeitig mit den dafür notwendigen Technologien in den Ring steigen müssen.

Die Welt der Daten

Es existieren bereits einige Unternehmen, welche die Echtzeit-Analyse nutzen, um Trends in Daten zu identifizieren und darauf zu reagieren. Dazu gehört bspw. das bessere Verständnis der Kunden in Echtzeit, um ihnen aktuelle, auf sie zugeschnittene Angebote direkt auf ihr Smartphone oder Wearable zu schicken, die exakt zu dem aktuellen Kontext ihrer Aktivitäten passen. Weitere Anwendungsfälle finden sich in den Bereichen Transport und Logistik und wie das IoT dabei hilft die Ankunftszeit von Lieferungen zu optimieren sowie die CO2-Bilanz anhand der Nutzung von Datenmustern zu verbessern.

Ein gutes Beispiel für ein innovatives IoT Unternehmen ist digitalSTROM. Der Anbieter von Smart Home Technologien aus der Schweiz hat eine intelligente Hausvernetzung entwickelt, mit der sich anhand von Smartphone Apps mit den jeweiligen Geräten im Haus über die Stromleitung kommunizieren lässt. Basis hierfür stellen Lego-artige Bausteine dar, über die jeder angeschlossene Verbraucher angesprochen werden kann. Die Intelligenz eines jeden Endgeräts steckt dabei in einem Baustein. Als technologische Basis setzt digitalSTROM auf  die Azure Cloud Infrastruktur von Microsoft.

Die Einsatzmöglichkeiten des Internet of Things sind unbegrenzt

Die grundsätzlichen Einsatzbereiche und Möglichkeiten des Internet of Things sind nahezu unbegrenzt. Für die kommenden drei Jahre sieht Crisp Research vier wichtige Bereiche auf die das IoT einen erheblichen Einfluss nehmen wird:

  • Eine Verbesserung des Marketings durch die intensivere Überwachung des Verhaltens der Menschen, Dinge und Daten auf Basis der Analyse von Zeit und dem Ort, an dem sich die Objekte aufhalten. Hierzu gehören bspw. die ortsbezogene Werbung und die Auswertung des Kaufverhaltens über unterschiedliche Geschäfte hinweg.
  • Die Verbesserung der Reaktion auf bestimmte Situationen in Echtzeit. Hierzu gehören zum Beispiel die Steuerung von Transportwegen anhand unterschiedlicher Variablen wie das Wetter und dem Benzinverbrauch aber ebenfalls weichere Faktoren wie mögliche Gefahren.
  • Unterstützung bei der Entscheidungsfindung durch Sensor-basierte Analysen anhand von tiefergreifenden Analysen, bspw. für die ständige Überwachung von Patienten für eine bessere Behandlung.
  • Einen höheren Automatisierungsgrad und eine bessere Kontrolle zur Optimierung von Prozessen und der Ressourcennutzung (z.B. Smart Metering) sowie für Risikomanagementsysteme.

CIOs dürfen das Internet of Things keinesfalls unterschätzen

Das Internet of Things löst bestehende Datensilos auf, ermöglicht den Zugriff auf neue Datenquellen und eröffnet Unternehmen damit völlig neue Geschäftsmöglichkeiten. Neue digitale Unternehmen tauchen plötzlich aus dem Nichts auf und wirbeln die bestehende Anbieterlandschaft durcheinander, indem sie neue Märkte mit neuen Angeboten und Services erschließen.

Heutige Industrien sind seit geraumer Zeit nicht mehr so strikt vertikal organisiert wie noch vor mehreren Jahrzehnten. Heute verkaufen Online-Versandhändler ebenfalls IT-Ressourcen; Computerhersteller haben die Musikbranche revolutioniert. Das sind nur zwei Beispiele die zeigen, dass der Mitbewerb nicht mehr derjenige ist, der es zu sein scheint.

Dank Cloud Computing, drahtlose Verbindungen, mobile Lösungen als auch Big Data Analytics und Caching fallen die Kosten für IT-Lösungen beträchtlich. Hinzu kommen die immer günstiger werdenden Sensoren und Endgeräte als auch die steigende Beliebtheit, Daten von Geräten zu jeder Zeit und an jedem Ort zu sammeln.

Sollten CIOs diesen unmittelbaren Angriff auf ihre Unternehmen nicht als eine deutliche und gegenwärtige Bedrohung wahrnehmen, werden sie früher oder später mit den entsprechenden Konsequenzen konfrontiert werden. CIOs sollten sich daher mit den aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten auseinandersetzen und damit ihrem Unternehmen mit dem besten Rat zur Seite zu stehen, um von den Chancen zu profitieren die das IoT bietet.

Worauf sollten CIOs bei der Einführung des Internet of Things in Ihrem Unternehmen achten?

CEOs und CMOs gehen verstärkt auf CIOs zu und fragen um deren Hilfe beim Sammeln, Analysieren und Auswerten von Daten. Dabei geht es entweder um das simple Speichern der Daten bis hin zur Nutzung der Daten zur Geschäftsprozessoptimierung, der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oder um neue Geschäftsmöglichkeiten zu evaluieren. Mit der stetig steigenden Menge, Variation und Geschwindigkeit mit welcher die Daten eintreffen, erreichen traditionelle Infrastrukturen schnell den Maximalpunkt ihrer möglichen Skalierbarkeit. Dasselbe Schicksal ereilt sämtliche Applikationen, deren Evolutionsverhalten starr gekapselt ist und diese damit nicht mit den steigenden Anforderungen von der Business-Seite dynamisch mithalten können.

Um den steigenden Anforderungen von IoT Workloads und den wachsenden Sensor- und Metadaten zu begegnen sind neue agile Plattformen und massiv skalierbare Infrastrukturen notwendig. Standardisierte Toolkits und Schnittstellen helfen bei der schnellen Einführung von leistungsfähigen IoT Anwendungsfällen und sorgen für eine stabile Kommunikation zwischen den Anwendungen, Services, Sensoren, Plattformen, Dashboards sowie der Sammlung, Analyse, Auswertung und Aufbereitung der gewonnen Daten.

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Category: Analysen

René Büst

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing, IT infrastructure, open source and Internet of Things. Prior to that he was Principal Analyst at New Age Disruption and member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network. Rene Buest is top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter and Google+. Since the mid-90s he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles. He regularly writes for well-known IT publications like Computerwoche, CIO Magazin, LANline as well as Silicon.de and is cited in German and international media – including New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin and Harvard Business Manager. Furthermore Rene Buest is speaker and participant of experts rounds. He is founder of CloudUser.de and writes about cloud computing, IT infrastructure, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.