Digital Labs erfolgreich aufbauen und betreiben – Ideenturbo der digitalen Transformation

März 3, 2016 |

Digital Labs sind heute ein elementarer Bestandteil der Digitalisierungsstrategien deutscher Konzerne und Mittelstandsunternehmen. Über 60 Digital Labs werden derzeit in Deutschland betrieben bzw. stehen kurz vor der Inbetriebnahme.

1  Quelle: Report „Digital Labs – How to build, how to run“, 2016

Bis 2020 werden viele weitere Unternehmen Digital Labs aufbauen, um den eigenen Innovations- und Digitalisierungsprozess zu beschleunigen. Als zentrale Zielsetzung steht die Generierung neuer digitaler Produktideen und Geschäftsmodelle im Vordergrund. Dabei stehen eine Vielzahl an Fragen hinsichtlich der strategischen Planung, der organisatorischen Ausgestaltung und des operativen Betriebs eines Digital Labs nur wenigen Best Practices gegenüber. Im Rahmen eines großangelegten Research-Projektes hat Crisp Research erstmals die Landschaft der Corporate Digital Labs in Deutschland analysiert und Strategien für die erfolgreiche Ausgestaltung von Digital Labs erarbeitet.

Strategische Ziele und Funktionen von Digital Labs

Doch was muss ein Digital Lab für das Unternehmen leisten, um als erfolgreich gelten zu dürfen? Erst einmal gilt es, die wesentlichen strategischen Zielsetzungen und Funktionen zusammenzufassen, die mit dem Aufbau und Betrieb eines Digital Labs verbunden sind. Diese lesen sich wie folgt:

• Entwicklung und Design neuer digitaler Produkte, Dienstleistungen inklusive der Prototypen und MVPs
• Konzeption und Testing neuer Geschäfts- und Preismodelle
• Use Cases zur Optimierung und Digitalisierung interner Prozesse mittels moderner IT- und IoT-Lösungen
• Aufbau eines nachhaltigen Ökosystems aus Startups, Partnern und Software-Entwicklern
• Identifikation von Investmentmöglichkeiten, um Markteinstieg in neue digitale Wachstumsmärkte zu beschleunigen (über Investments in Startups oder Spin-Off bzw. Gründung eigener Tochterfirmen)

Um diese Funktionen und Zielsetzungen erfüllen zu können, müssen Digital Labs folgendermaßen ausgestaltet sein (Details finden Sie in der Vollversion des Reports):

• Space
• Infrastructure & Technology
• Mentoring & Operational Support
• Network & Ecosystem
• Funding

Lab oder Accelerator – Typologie von Corporate Innovation Labs

Die Ausgestaltungsformen von Digital Labs sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Auch wenn außen das Gleiche drauf steht, muss noch lange nicht das Gleiche drin stecken. Die verschiedenen Typen an unternehmenseigenen Innovations- bzw. Digital Labs lassen sich anhand verschiedener Merkmale identifizieren und beschreiben. So stellt sich eingangs die Frage, ob „nur“ ein virtuelles Labs aufgebaut und betrieben werden soll, was heutzutage mittels moderner Webplattformen, Instant Collaboration und Video-Conferencing durchaus möglich ist. Doch die Praxis zeigt, dass „echte“ Digital Labs, die sich an einem konkreten Ort manifestieren, meist erfolgreicher sind.

Denn für die Zusammenarbeit in den frühen Phasen eines Projektes oder einer Firmengründung ist es besser, wenn das Team einen Platz in der echten Welt hat, um sich möglichst intensiv, kreativ und iterativ auszutauschen.

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Quelle: Report „Digital Labs – How to build, how to run“, 2016

Berlin oder Bad Hersfeld – Standortwahl bestimmt die DNA

Eine elementare Entscheidung bei der Planung und Umsetzung eines Digital Labs ist die Standortwahl. Ob Berlin oder Bad Hersfeld – der Standort bestimmt vielfach die DNA und den Erfolg eines Digital Labs. Aber die Standortauswahl wird wiederum auch vom Typ des geplanten Digital Labs beeinflusst.

Plant ein Konzern ein Innovation Lab (vgl. oben), so kann dies auf oder nahe dem Firmen-Campus und dessen Fertigungsstraßen und FuE-Laboren sehr viel Sinn machen. Kurze Wege, Zugang zu den Experten vor Ort und schnelles Feedback von der Basis sind einige der Vorteile in diesem Szenario. Hinzu kommt, dass sich so meist eine kostengünstige bzw. investitionsarme Variante realisieren lässt, wenn beispielsweise bestehende Immobilien oder Büros genutzt und umgewidmet werden können.

Dagegen spricht, dass kreatives Arbeiten und das Entwickeln „disruptiver Ideen“ im Schoße des Unternehmens meist schwer fällt. Hinzu kommt, dass sich der Austausch mit externen Partnern und vor allem Startups und Software-Entwicklern „in der Provinz“ meist deutlich schwerer gestaltet, als in den Startup-Zentren Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Köln.

Planen Unternehmen also den Aufbau und Betrieb von Accelerator-Programmen oder Inkubatoren, führt am Gang in die urbanen Zentren und Startup-Hubs meist kein Weg vorbei. Wichtig ist für das Management und den Chief Digital Officer in diesen Fällen, die Kommunikation und den Austausch mit der „Home Base“ sicherzustellen und dafür zu sorgen, dass das Digital Lab bzw. der Inkubator sich nicht wie ein verlorener Satellit immer weiter vom Mutter-Raumschiff entfernt.

Buy-or-Build, Teambuilding, IT-Plattformen und Ökosytem

Lesen Sie mehr zu den anderen spannenden Aufgabenfeldern und Best Practices zum erfolgreichen Aufbau und Betrieb von Digital Labs in unseren gleichnamigen Report. Die Vollversion des Berichts „Digital Labs – How to build, how to run. Strategien zum erfolgreichen Aufbau und Betrieb von digitalen Innovation Labs in großen und mittelständischen Unternehmen“ können Sie hier herunterladen.

Eine umfassende Analyse zur Landschaft der rund 60 Corporate Digital Labs deutscher Konzerne und Mittelstandsunternehmen finden Sie in Kürze auf unsere Website sowie unserer Fokus-Page zum Thema Digitalisierung. Stay tuned!

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Category: Analysen

Dr. Carlo Velten

About the Author ()

Dr. Carlo Velten ist CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Seit über 15 Jahren berät Carlo Velten als IT-Analyst namhafte Technologieunternehmen in Marketing- und Strategiefragen. Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Strategy & Economics, Data Center Innovation und Digital Business Transformation. Zuvor leitete er 8 Jahre lang gemeinsam mit Steve Janata bei der Experton Group die „Cloud Computing & Innovation Practice“ und war Initiator des „Cloud Vendor Benchmark“. Davor war Carlo Velten verantwortlicher Senior Analyst bei der TechConsult und dort für die Themen Open Source und Web Computing verantwortlich. Dr. Carlo Velten ist Jurymitglied bei den „Best-in-Cloud-Awards“ und engagiert sich im Branchenverband BITKOM. Als Business Angel unterstützt er junge Startups und ist politisch als Vorstand des Managerkreises der Friedrich Ebert Stiftung aktiv.

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