Die versteckten Kosten einer Private Cloud

[ 1 ] Januar 26, 2011 |

Eine Public Cloud ermöglicht Unternehmen den Zugriff auf IT-Ressourcen, den sie sich in der Form sonst niemals leisten können. Die Gründe für die Nutzung der Cloud sind mittlerweile weit bekannt – keine Investitionskosten, praktisch unbegrenzte Rechenleistung auf Abruf und eine hoch effiziente Preisgestaltung bei denen die Kunden nur für die Ressourcen zahlen, die sie verwenden. Dazu kommt der geringere Druck für IT-Abteilungen bzgl. der Verwaltung und Budgetierung der Infrastruktur, sowie der Nachfrage nach immer mehr Ressourcen nach Bedarf entgegen zu kommen.

Auf Grund der Sorge um die Sicherheit und den Verlust der Kontrolle bei der Nutzung einer Public Cloud, spielen viele IT-Entscheider mit dem Gedanken zum Aufbau einer Private Cloud. In diesem Fall erhalten die Mitarbeiter auf Basis des Self-Service Gedanken des Cloud Computing je nach Bedarf ihre IT-Ressourcen, während im Hintergrund jedoch das eigene Rechenzentrum betrieben wird.

Mit Servern, Anwendungen und Daten die sich innerhalb des Unternehmens befinden, bieten Private Clouds viele der Vorteile von Cloud Computing, ohne die möglichen Risiken, die bei der Nutzung einer IT-Umgebung eines Cloud Computing Providers entstehen. Leider macht die Wirtschaftlichkeit einer Private Cloud sie von Natur aus weniger effizient als die Public Cloud, zumal neue Technologien eine Public Cloud deutlich sicherer und zuverlässiger machen. Hier nur ein paar Gründe, die gegen die Nutzung einer Private Cloud sprechen:

Infrastrukturkosten

Die Bereitstellung einer Private Cloud erfordert den Aufbau einer Infrastruktur, um die Bedürfnisse aller Benutzer in Unternehmen zu unterstützen. Neben dem Erwerb der notwendigen Hard-und Software, gehören dazu Dinge wie die Konfiguration des Netzwerks, die Zuweisung von Speicherkapazitäten, die Zahlung der Stromrechnung und die entsprechenden Flächen zum Aufbau der Umgebung. Zudem muss diese Infrastruktur verwaltet und stetig gewartet werden.

Überdimensionierung der Kapazitäten

Genau wie bei herkömmlichen IT-Infrastrukturen ist der erwartete Ressourcenbedarf für eine Private Cloud nicht planbar, da jede Anwendung ein unterschiedliches Nutzungsverhalten hat. Einige Anwendungen zeigen einen stetigen Ressourcenverbrauch, während andere zu bestimmten Zeiten eine massive Rechenleistung erfordern. Unternehmen haben keine andere Wahl als ihre Kapazitäten so zu (über) dimensionieren, dass viele Ressourcen die meiste Zeit ungenutzt bleiben, nur um in Spitzenzeiten verfügbar zu sein. Speziell der kurzfristige Ressourcenbedarf ist ein Beispiel, wo sich die Nutzung einer (elastischen) Public Cloud wirklich auszahlt.

Managementplattform

Der Aufbau einer Private Cloud ist mehr als nur Virtualisierung! Einer der wichtigsten Vorteile von Cloud Computing ist der Aspekt des Self-Service, wo Benutzer über ein Portal auf Ressourcen je nach Bedarf zugreifen können. Diese Ressourcen werden dann ohne das Eingreifen eines Administrators automatisch in der Cloud ausgeführt. Der Aufbau so einer Managementplattform ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil bei der Umsetzung einer Private Cloud.

Fazit

Alle diese Gründen zeigen, dass der Einsatz einer Private Cloud zu einem deutlich höheren Mehraufwand und höheren Kosten führt, die bei der Nutzung von Ressourcen einer Public Cloud nicht entstehen würden. Hinzu kommt, dass der Schutz und die Kontrolle die eine Private Cloud bietet auch zunehmend in Public Clouds zu finden ist. Damit ist für Unternehmen eine Public Cloud eine kostengünstige Lösung für das Betreiben vieler oder sogar die meisten ihrer Anwendungen.

Es gibt einige geschäftskritische Anforderungen, oder solche die spezielle Hardware benötigen bzw. bei denen die Fragen hinsichtlich der Compliance schwierig zu lösen sind, bei denen es Sinn macht sich Gedanken über den Aufbau einer Private Cloud zu machen. Der Fokus der internen Ressourcen auf speziell diese Art von Anwendungen führt zu einer erheblichen Verringerung der Investitionskosten, die notwendig sind, um den Aufbau, Betrieb und das Wachstum der Unternehmensinfrastruktur zu bewerkstelligen.

Während einige Anwendungen weiterhin intern ausgeführt werden müssen, verfügen viele Unternehmen über eine Menge von weiteren Anwendungen, die heutzutage kostengünstiger in einer Public Cloud betrieben werden können, in der Rechenleistung zusammen mit der erforderlichen Sicherheit, Agilität und Skalierbarkeit nach Bedarf bereitgestellt wird.

Category: Analysen

René Büst

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing, IT infrastructure, open source and Internet of Things. Prior to that he was Principal Analyst at New Age Disruption and member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network. Rene Buest is top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter and Google+. Since the mid-90s he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles. He regularly writes for well-known IT publications like Computerwoche, CIO Magazin, LANline as well as Silicon.de and is cited in German and international media – including New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin and Harvard Business Manager. Furthermore Rene Buest is speaker and participant of experts rounds. He is founder of CloudUser.de and writes about cloud computing, IT infrastructure, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.

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