Ekelhaft: Amazon behandelt Menschen wie virtuelle Maschinen – Die menschliche Cloud

[ 0 ] Februar 15, 2013 |

Bei diesem Artikel handelt es sich zwar nicht direkt um das Thema Cloud Computing, aber ich sehe bei der gesamten Problematik so manche Ähnlichkeiten zu dem Konzept der Amazon Web Services und es macht mich einfach nur außerordentlich wütend, wie ein Unternehmen wie Amazon mit seinen Mitarbeitern wohlgemerkt MENSCHEN umgeht.

Hintergrund

Eine kürzlich von der ARD veröffentlichte Dokumentation (Video) hat die menschenverachtenden Machenschaften des weltgrößten Einzelhändlers Amazon mit Leiharbeitern in Deutschland aufgedeckt. Das die Arbeitsbedingungen bei Amazon in den Logistikzentren grundsätzlich als sehr schlecht zu bezeichnen sind ist kein Geheimnis, darüber gab es bereits mehrere Berichte. Aber was dieser Bericht aufdeckt ist unter jeder menschlichen Würde, wofür sämtliche Beteiligte inkl. Amazon selbst öffentlich zur Verantwortung gezogen werden müssen.

Der Bericht deckt auf, das der Erfolg von Amazon auf dem Rücken von Leiharbeitern erwirtschaftet wird, die unter übelsten Bedingungen “leben” müssen und das hier Mitten in Deutschland. Dazu sammelt der Konzern europaweit Leiharbeiter ein und bringt diese in Feriendörfern unter. Dazu setzt Amazon auf Subunternehmen z.B. für das Rekrutieren und die “Sicherheit” der Leiharbeiter. In total überfüllten Bussen werden die Mitarbeiter in die Logistikzentren gebracht. Kommen Sie zu spät zur Schicht – auch ohne eigene Schuld – erhalten sie weniger Lohn. Die Dokumentation veranschaulicht, wie ein Unternehmen wie Amazon “… 5000 Menschen für drei Monate heranschaffen und dann wieder loswerden muss“.

Amazon behandelt Leiharbeiter wie virtuelle Maschinen

Um nun doch ein klein wenig die Kurve zur Cloud zu bekommen, sehe ich so manche Parallelen zwischen der Missachtung der menschlichen Würde durch Amazon und dem Cloud Computing Konzept wie es die Amazon Web Services betreiben. Man tausche einfach den Begriff “virtuelle Maschine” gegen das Wort “Mensch“.

Amazon benötigt, wie es der Bericht auch gut beschreibt, “Menschen bei Bedarf” und lässt diese gerne mal 15 Tage am Stück durcharbeiten. Amazon überträgt das Konzept der Cloud also die Prinzipien “on Demand” und “Pay per use” auf sein Einzelhandelsgeschäft in die Logistikzentren und schafft sich damit seine “Menschen Cloud”. Es ist ein sehr gutes analoges Beispiel zur technischen Situation des Webshops während der Weihnachtszeit. Währenddessen werden übermäßig viele Ressourcen an Rechenleistung benötigt, um den Webshop durch die hohen Anfragen stabil zu halten. Ähnlich verhält es sich in den Logistikzentren. Steigen die Anfragen beim Webshop, müssen die Aufträge schließlich auch kommissioniert und für den Versand fertig gemacht werden. Sinken die Anfragen, ist auch in den Lagern weniger los. Dementsprechend werden weniger Menschen benötigt, die dann auch nicht mehr bezahlt werden müssen. Ein Beispiel von einem Amazon-Vorabeiter des Logistikzentrum bei Koblenz: “Hier arbeiten 3300 Mitarbeiter, und davon sind 3100 befristet.”

Theoretisch eine schöne Idee Amazon, aber so geht das nicht! Ihr könnt Menschen nicht hochfahren wie virtuelle Maschine und wieder entsorgen wenn ihr sie nicht mehr benötigt!

Tags: , , ,

Category: Kommentar

About the Author ()

Rene Buest is Senior Analyst and Cloud Practice Lead at Crisp Research, covering cloud computing and IT infrastructures. He is member of the worldwide Gigaom Research Analyst Network, top cloud computing blogger in Germany and one of the worldwide top 50 bloggers in this area. In addition, he is one of the world’s top cloud computing influencers and belongs to the top 100 cloud computing experts on Twitter. For more than 16 years he is focused on the strategic use of information technology in businesses and the IT impact on our society as well as disruptive technologies. Rene Buest is the author of numerous professional cloud computing and technology articles, speaker and participant of experts rounds. On CloudUser.de he writes about topics from the fields of cloud computing, it-infrastructures, technologies, management and strategies. He holds a diploma in computer engineering from the Hochschule Bremen (Dipl.-Informatiker (FH)) as well as a M.Sc. in IT-Management and Information Systems from the FHDW Paderborn.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.